Offener Brief

Offener Brief an Ministerpräsidenten Makus Söder vom 13.11.2021

Bayerische Staatskanzlei
Herrn Ministerpräsidenten Markus Söder
Franz-Josef-Strauß-Ring 1
80539 München


Nachrichtlich auch an :

Bayrische Staatsministerin für Digitales * Frau Judith Gerlach * Oskar-von-Miller-Ring 35 * 80333 München
Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege * Herrn Klaus Holetschek * Haidenauplatz 1 * 81667 München


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Frau Staatsministerin,
sehr geehrter Herr Staatsminister,

mit großer Beunruhigung verfolgen wir die steigenden Fallzahlen in Bayern und die damit einhergehende Belastung unseres Gesundheitssystems. Grundsätzlich begrüßen wir daher auch die schnelle Umsetzung von Maßnahmen, um dem Infektionsgeschehen angemessen begegnen zu können.

Bei aller gebotenen Vorsicht sollte jedoch eine Verschärfung der Corona-Regelungen nicht dazu führen, dass die noch ungeimpften Schüler*innen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Nachdem diese Altersgruppe erst im August eine Impfempfehlung erhalten hat und zudem schon sehr stark unter den Folgen der Pandemie zu leiden hatte, dürfen ungeimpfte Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren nicht pauschal von einer Teilhabe an Kulturveranstaltungen ausgeschlossen werden. Da Schüler*innen mehrmals wöchentlich getestet werden und so die Infektionsaktivität engmaschig überwacht wird, sollte der Schülerausweis weiterhin als Nachweis und Zugangsberechtigung für den Kinobesuch anerkannt werden.

Es ist aus unserer Perspektive kaum nachvollziehbar, warum die neuen Auflagen nicht für alle Freizeitaktivitäten gelten, sondern Ausnahmen für einzelne Bereiche – wie die Gastronomie – gemacht werden sollten. Somit ist nicht nur eine Ungleichbehandlung unter den

Gewerbetreibenden gegeben, sondern auch ein flächendeckend schneller Rückgang der COVID-19-Verbreitung schwer möglich.

Auch die aktuelle Verschärfung der Testpflicht für meine ungeimpften Mitarbeiter*innen bereitet mir große Sorgen. Die PCR-Testung ist mit hohen Kosten verbunden und belastet die sowieso schon finanziell angeschlagenen Kinos sehr. Hier sehe ich eine engmaschige Antigen-Testung wie in der Gastronomie weiterhin als absolut ausreichend an, um die Sicherheit von Gästen und Mitarbeiter*innen zu gewährleisten.


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Frau Staatsministerin, sehr geehrter Herr Staatsminister, ich werde als Kinobetreiber weiterhin alles dafür tun, damit das Infektionsgeschehen in Bayern verringert wird und möchte gemeinsam mit Ihnen unserer gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommen. Kinobetriebe sind nachweisbar keine Infektionstreiber und viele unserer zusätzlichen Maßnahmen wie ein freiwilliger Sitzplatzabstand, die Maskenpflicht bis zum Sitzplatz und moderne Lüftungsanlagen ermöglichen höhere Sicherheitsstandards als in vielen anderen Branchen. Dazu gehört es auch, bei unseren Gästen und Mitarbeiter*innen für das Impfen zu werben und vor Ort sowie über Social Media auf die Impfkampagne der Bundesregierung aufmerksam zu machen.

Ich hoffe sehr, dass die erwähnten Punkte in Ihren nächsten Überlegungen Berücksichtigung finden werden, so dass trotz der angespannten Lage, ein wirtschaftlicher Kinobetrieb unter fairen Bedingungen möglich bleibt.


Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie gesund!

H. + H. Filmtheaterbetriebs GmbH & Co. KG